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Info, Zeitgeschehen
ARTE Reportage
arte
23.05.,
17:15 - 18:10
Infos
Originaltitel
Arte Reportage
Produktionsland
F
Produktionsdatum
2020
(1): Kolumbien: Der Hunger gefährdet den FriedenWer in Bogota im Lockdown nichts mehr zu essen hat, hängt ein rotes Tuch ans Fenster. Es werden immer mehr.Rote Tücher an Fenstern und Eingängen wurden in den letzten Wochen der Pandemie zum Symbol einer Hunger-Krise in den ärmeren Stadtvierteln der Hauptstadt Bogota. Seit gut zwei Monaten hat die Regierung eine Ausgangssperre angeordnet, um das Gesundheitssystem des Landes nicht in die Katastrophe stürzen zu lassen. Diese Vorsicht zahlte sich bis jetzt aus, Kolumbien hat im Weltvergleich nur wenige Infizierte und Tote zu beklagen. Aber zehntausende Menschen sind nun zuhause eingesperrt, können nicht mehr zur Arbeit, und sie fangen an zu hungern, denn eine soziale Absicherung wie in Europa gibt es nicht. Vladimir Rodriguez verteilt im Auftrag der neuen Bürgermeisterin Claudia Lopez Lebensmittelspenden. Bis vor der Pandemie sollte er sich um die Umsetzung des Friedensprozesses in Bogota kümmern. Der Hunger im Lockdown gefährdet nun den fragilen Frieden nach 50 Jahren Bürgerkrieg, sagt er. Denn die Wut der Armen auf die Regierung steigt mit jedem neuen Tag. (2): Nigeria: Covid-19 und der Fluch des schwarzen Goldes Der Verfall der Rohölpreise in der Pandemie hat auch verheerenden Auswirkungen auf die Umwelt im Nigerdelta.Nigeria lebt seit Jahrzehnten von der Rohölförderung im Nigerdelta, seit Shell im Jahr 1956 den ersten Förderturm in Oloibiri errichtete. Doch der Reichtum aus den Ölfeldern kommt nur einer Minderheit im Land zugute. Die Menschen und die Natur im Delta leiden an der Ölpest durch viele Lecks in den Pipelines: Pannen der Ölgesellschaften und häufig auch Leckagen nach illegalem Anzapfen der Leitungen durch Schmuggler, Milizen und kriminelle Banden. Jedes Jahr ergießen sich gut 180 000 Tonnen Rohöl in die Mangrovenwälder, das ist so viel, wie beim Schiffbruch der Exxon-Valdez 1989 in Alaska ausliefen. Die Leute im Nigerdelta erhalten zwar ein wenig Aufbauhilfe, aber im Wesentlichen ruiniert die Ölförderung ihren Lebensunterhalt durch die Vergiftung von Wasser und Erde. Der Verfall des Ölpreises in den Zeiten der Pandemie wird die Lage wohl noch verschlimmern. Denn nun fehlt das Geld im Staatshaushalt, das in den letzten Jahren immerhin ein wenig ermöglicht hatte, die Schäden für Natur und Mensch teilweise zu kurieren. (3): USA: Michael, der "Soldier of Fortune" Der Ex-US-Soldat Michael Maldonado hat als Söldner zwei Jahre lang in Syrien für die Kurden gekämpft. Warum?Warum riskiert man als US-Veteran sein Leben in einem Krieg für ein anderes Volk? Michael Maldonado, 32 Jahre alt, aus Emporia in Kansas, ist gerade zurück in seiner Heimat, um drei Kriegsverletzungen aus seinen zwei Jahren auf der Seite der kurdischen YPG gegen den IS auszukurieren: Fitness Studio, Schießübungen mit den Kumpels und abends abhängen in einer Bar. Michael erzählt unserem Reporter Yuri Maldavski, was ihn dazu bewegt hat, nach der Entlassung aus der Armee weiter als Söldner in den Krieg zu ziehen. Viele Söldner, sagt Michael, langweilten sich nur zuhause und kämpften für irgendwen, auch für die Bösen, etwa den Islamischen Staat. Aber er war bei den Kurden - ihre Sache ist gerecht, sagt er, denn sie kämpfen, um ihr Volk gegen Aggressoren zu verteidigen. Wenn er seine Verwundungen auskuriert hat, will er wieder in den Krieg ziehen.
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